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Vier Jahre foodsharing: Eine Erfolgsgeschichte (Pressemitteilung)

Sonntag, 11. Dez. 2016, 23:00 Uhr von Manuel Wiemann

“313 Kilogramm Lebensmittel werfen wir pro Sekunde in Deutschland weg!” sagt Nicole Klaski auf dem Weg zu einer Abholung im Supermarkt. Als eine von 22.600 foodsharing-Freiwilligen holt sie essbare Lebensmittel legal von Betrieben ab, die dort entsorgt würden, und verschenkt diese. Foodsharing wirkt hier ergänzend zu den örtlichen Tafeln. “Obwohl es uns noch nicht lange gibt, haben wir schon 460.000 Mal Lebensmittel abgeholt und somit ca. 10 Millionen Kilo Essen verteilt!” Foodsharing setzt sich durch dieses Prinzip für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung ein. Heute am 12.12. feiert sie als eine der erfolgreichsten, innovativsten und schnellst wachsenden sozialen Bewegungen vier-jähriges Bestehen und blickt zurück auf viele Erfolge.

Inspiriert durch den Film 'Taste The Waste' von Valentin Thurn bildeten sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 250 Gruppen zum Lebensmittelretten. „Um nicht nur in Supermärkten die Verschwendung einzudämmen, bieten wir auch Privathaushalten an, Essen über unsere Webseite zu teilen“ so Thurn. Dadurch erreicht foodsharing schon fast 1.000.000 Menschen durch Essenskörbe, Abholungen und das Internet. Nicole Klaski ist begeistert davon, wie viele Verbrauchenden foodsharing erreicht hat und wie es dadurch zu einem Bewusstseinswandel beitrage. “Viele von den Beschenkten wundern sich, warum ich makelloses Essen fair-teile. Wenn sie erfahren, dass es entsorgt worden wäre, sind sie dann sehr verblüfft und schockiert und möchten ihr eigenes Einkaufsverhalten ändern!“

Weil Supermärkte immer noch viel zu viele Lebensmittel wegwerfen, fordert foodsharing mit dem Kampagnen-Bündnis „Leere Tonne“ einen Wegwerfstopp für Supermärkte. Über 50.000 Unterschriften wurden für die Petition gesammelt: Der Handel soll verpflichtet werden, überschüssige Ware an gemeinnützige Organisationen zu spenden, statt Nahrungsmittel zu entsorgen. In Frankreich und Italien gibt es dazu längst Gesetze, in vielen weiteren EU-Ländern wird daran gearbeitet. „Die Deutsche Politik sperrt sich dagegen. Ich finde es skandalös, da 87% der Deutschen ein solches Gesetz befürworten. Vor allem die Union ruht sich darauf aus, dass die Verbrauchenden wichtiger seien – aber die Mülltonnen der Supermärkte sind voll! Das Ministerium und Politiker*innen benutzen Statistiken, die unvollständig und nicht belastbar sind, da Verluste auf den Feldern und in Supermärkten kaum erforscht sind.“ sagt Manuel Wiemann, Verantwortlicher der Leeren Tonne. Foodsharing fordert die Parteien auf, ein solches Gesetz in den Wahlkampf 2017 zu tragen.

Bereits mehrmals wurde foodsharing für visionäre Ideen ausgezeichnet, u.a. von der Regierung mit dem “Zu gut für die Tonne”-Preis und dem “Smart Hero Award”. Sogenannte Fair-Teiler gehören zu den innovativen Konzepten der jungen Bewegung: In diesen Regalen und Kühlschränken können alle Essen teilen und abholen. Dadurch wird einerseits die Verschwendung in Privathaushalten reduziert und andererseits ist ein anonymes Abholen ohne Stigmatisierung für Bedürftige und andere möglich. Das Konzept ist so erfolgreich, dass es neben den 350 Stationen im deutschsprachigen Raum inzwischen weltweit kopiert wird – sogar in Japan, Indien und Saudi-Arabien gibt es Fair-Teiler. Die Stadt Wien schätzt diese Idee besonders: Fair-Teiler wurden als “Orte des Respekts” ausgezeichnet und die Stadt hat entschieden, die Regale zu bezahlen und an öffentlichen Standorten für foodsharing aufzustellen.

„Als wir vor vier Jahren foodsharing gegründet haben, hätten wir nie mit so einer Entwicklung gerechnet!“ schwärmt Stefan Kreutzberger. „Ich hoffe sehr, dass wir diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und sich mehr Menschen und die Politik engagieren, so dass wir die Verschwendung auf ein Minimum reduzieren können!”

 

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